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Internationale wissenschaftliche Konferenz „TREUE UNTERTANEN EINES HERRSCHERS...“: LITAUEN UND SACHSEN IN DER ZEIT DER WETTINER

23–24 May 2017
Palace of the Grand Dukes of Lithuania

Deutschland und insbesondere einige seiner historischen Länder pflegten rege Kontakte zu Litauen seit dem Mittelalter bis in die heutigen Tage. Sachsen ist eines der Länder, das eine bedeutende Rolle in der historischen Entwicklung Litauens spielte. So steht Sachsen im Zusammenhang mit der ersten urkundlichen Erwähnung Litauens 1009, mit der Krönung des einzigen litauischen Königs Mindaugas im 13. Jh., den Briefen des Großfürsten Gediminas Anfang des 14. Jh., der Ritterrekrutierung des Deutschen Ordens für den Kampf gegen die heidnischen Litauer. Zu erwähnen sind auch die dynastischen Verbindungen der Gediminiden und Jagiellonen mit den sächsischen Wettinern bereits im 15. bis 16. Jh. sowie die Verbreitung der Reformation und die Religionskonflikte des 17. Jh. in Mitteleuropa.

Besonders enge Verbindungen verknüpften Litauen und Sachsen vom Ende des 17. bis zur 2. Hälfte des 18. Jh. (1697–1763), als die Republik Beider Nationen (der polnisch-litauische Doppelstaat) und das Kurfürstentum Sachsen von zwei gemeinsamen Herrschern der sächsischen Wettiner-Dynastie – August dem Starken und seinem Sohn August III. – regiert wurden. Diese Wettiner-Zeit war geprägt durch die Hoffnung der Perspektiven politischer Entwicklung und durch militärische Niederlagen, die scheinbare Ruhe des gesellschaftlichen Lebens und die Auseinandersetzung der politischen Gruppierungen des gesamten Doppelreichs, die Verbreitung der Kultur und Zuspitzung der internationalen Lage, verbunden mit der Lähmung mancher Verwaltungsstrukturen und nicht zuletzt auch durch Ansätze der ersten grundlegenden Reformvorhaben des Staates.

Es gab auch Vorhaben, das Kurfürstentum Sachsen mit dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen durch eine engere Union zu verbinden, ja sogar Wettiner als Erbherrscher des Großfürstentums Litauen einzusetzen. Diese Idee fand jedoch seitens des Adels keine bedeutende Unterstützung. Weitere Reformvorhaben wie etwa die Zentralisierung der Verwaltung, Regelung der parlamentarischen Tätigkeit sowie der Verzicht auf das Recht liberum veto und die Erhöhung der Stärke des Heeres wurden bereits Ende des 18. Jh. versucht in der Republik Beider Nationen umzusetzen.

Höhepunkt dieser schon in der Wettiner-Zeit diskutierten Reformen war die Verfassung vom 3. Mai 1791, in der vorgesehen war, dass die sächsische Dynastie den Thron des polnisch-litauischen Herrschers besteigen soll. Diesmal zeigten Vertreter des Adels der Republik als Anhänger der Reformen die Initiative.

Sächsische Wettiner verwalteten Anfang des 19. Jh. das nur kurze Zeit existierende Warschauer Herzogtum, dessen Bestandteil damals das litauische Gebiet Užnemunė (Suvalkija) war. Bemerkenswert ist auch, dass einhundert Jahre später zum Ende des 1. Weltkrieges Vertreter der sächsischen Wettiner wiederum als mögliche Anwärter auf den Thron des Königs des litauischen Staates in Frage kamen.

Neben politischen, diplomatischen, dynastischen und militärischen Verbindungen waren es auch kulturelle und künstlerische Beziehungen, die Litauen mit Sachsen verknüpften, bis in die Renaissance-Epoche reichten und in der Barockepoche besonders intensiv waren, als die Republik Beider Nationen und Sachsen gemeinsame Herrscher hatten.

Hauptaugenmerk der Vorträge der Konferenz sollte auf verschiedene Aspekte der Herrscherzeit der Wettiner-Dynastie (1697–1763) gerichtet werden. Sonstige Momente der historischen Beziehungen Litauens und Sachsens könnten den Rahmen der Hauptthematik ergänzen.

Die diesjährige Konferenz ist gedacht als wissenschaftliche Einführung zur internationalen Ausstellung, die 2018 gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens im Palast der Großfürsten von Litauen in Vilnius veranstaltet wird. Die Vorträge der Konferenz sollen als Begleitband zur Ausstellung veröffentlich werden. Während der Dauer der Ausstellung ist im Jahr 2018 die Veranstaltung einer weiteren Konferenz vorgesehen, die den historischen Beziehungen Litauens und Deutschlands gewidmet ist. Beide internationalen wissenschaftlichen Konferenzen, die Ausstellung und deren Kulturprogramm sind dem 100jährigen Jubiläum der Wiedererrichtung des litauischen Staates (1918–2018) gewidmet.

ANRUFEN

Veranstalter und Organisatoren der Konferenz
Prof. Dr. Dirk Syndram (Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Prof. Dr. Rimvydas Petrauskas (Universität Vilnius)
Doz. Dr. Ramunė Šmigelskytė-Stukienė (Institut für litauische Geschichte)
Dr. Andrzej Krzysztof Link-Lenczowski (Jagiellonen-Universität, Krakau)
Dr. Gintautas Sliesoriūnas (Institut für litauische Geschichte)
Dr. Mindaugas Šapoka (Litauen)
Dr. Andrei Macuk (Institut für Geschichte der Nationalakademie der Wissenschaften Belarus)
Doz. Dr. Vydas Dolinskas (Nationalmuseum Palast der Großfürsten von Litauen / Universität Vilnius)
Dalius Avižinis (Nationalmuseum Palast der Großfürsten von Litauen)
Marijus Uzorka (Nationalmuseum Palast der Großfürsten von Litauen)

Offizielle Konferenzsprachen
Litauisch und Deutsch (es wird simultan gedolmetscht)


2017-03-22
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