Wichtige Daten

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4.–8. Jahrhundert Befestigte Siedlung (Holzbauten) am späteren Palaststandort

2. Hälfte des 13. Jahrhunderts–1. Hälfte des 14. Jahrhunderts Integra­tion eines Teils der Siedlung in die Burg und Entstehung der ersten Steinbauten im vorgotischen und gotischen Stil unter der Herrschaft von König Mindaugas (1253–1263) oder Großfürst Gediminas (1316–1341)

1402 Letzter Angriff des Deutschen Ordens auf die Vilniusser Burgen

1413 Schriftliche Erwähnung eines Aufenthaltes von Großfürst Vytautas in der Unteren Burg

1413–1414 Ghillebert de Lannoy, Gesandter des Herzogs von Burgund, besucht die Vilniusser Burgen und hält seine Eindrücke schriftlich fest

1455–1468 Elisabeth von Habsburg, Gemahlin Kasimirs des Jagiellonen, Tochter von Albrecht II. (Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen und Ungarn), bekannt als „Mutter der Könige“, hält sich mehrmals in den Vilniusser Burgen auf

1495 Vermählung von Alexander dem Jagiellonen (ab 1492 Großfürst von Litauen, ab 1501 auch König von Polen) mit Helena, Tochter des Großfürsten von Moskau Iwan III.

Ende des 15. Jahrhunderts–Anfang des 16. Jahrhunderts Vermutlich verlegt Alexander der Jagiellone die Residenz von der Ober­burg in die Untere Burg und lässt einen Palast im spätgotischen Stil errichten

1517 Siegmund Freiherr von Herberstein (1486–1566), Gesandter der Kaiser Maximilian I. und Ferdinand I., führt erfolgreich Unterhandlungen bezüglich der Heirat von Sigismund dem Alten und Bona Sforza, Tochter des Herzogs von Mailand Gian Galeazzo Sforza

Vor 1530 Palastausbau unter Sigismund dem Alten zu einer modernen Renaissance-Residenz

1529 Sigismund August, Sohn von Sigismund dem Alten und Bona Sforza, wird neunjährig in den Rang eines litauischen Großfürsten erhoben

Nach 1544 Sigismund August lässt die großfürstliche Residenz um den so genannten „Neuen Palast“ erweitern

1544–1545 Elisabeth von Österreich (in Vilnius gestorben, in der Krypta der Vilniusser Kathedrale beigesetzt), erste Frau von Sigismund August, Tochter des Kaisers Ferdinand I., hält sich im Palast auf

1545–1546, 1551 Albrecht von Hohenzollern, Herzog von Preußen, weilt im Palast, später schenkt er seinem großfürstlichen Vetter Sigismund August Gemälde, Waffen, Wein und Pferde

1554–1563 Katharina von Habsburg, dritte Frau und Schwester der ersten Gattin von Sigismund August, hält sich zeitweilig im Palast auf; ihre schriftlich festgehaltenen positiven Eindrücke von Vilnius sind erhalten

1562 Heirat von Katharina, Schwester von Sigismund August, mit dem späteren König von Schweden Johann III. Wasa

Um 1585 Großfürst und König Stephan Bathory empfängt den Apostolischen Nuntius Ippolito Aldobrandini, den späteren Papst Clemens VIII.

Nach 1610 Nach dem großen Stadtbrand von 1610 lässt Sigismund Wasa, Sohn von Johann III. Wasa und Gattin Katharina, den Palast im Stil des nordeuropäischen Manierismus erneuern

Nach 1624 Unter Sigismund Wasa und seinem aus der Ehe mit Anna von Österreich hervorgegangenen Sohn Ladislaus Wasa wird der Palast zu einem prächtigen Barockbau umgebaut

1636 Im Palast wird die erste Oper in Litauen aufgeführt: „Il ratto di Helena“ (Die Entführung der Helena), Musik: Marco Scacchi, Libretto: Virgilio Puccitelli

1639 Jakob Kettler, Herzog von Kurland, leistet Ladislaus Wasa den Vasalleneid

1643 Prinz Waldemar Christian, Sohn des dänischen Königs Christian IV., weilt im Palast

1644 Ladislaus Wasas erste Frau, Cäcilia Renata von Österreich, Tochter von Kaiser Ferdinand II., stirbt bei der Geburt des dritten Kindes im Palast

1648 Ladislaus Wasa plant die Auszeichnung des französischen Ordens vom Heiligen Geist entgegenzunehmen; Ladislaus Wasas zweite Gattin Ludwika Maria Gonzaga de Nevers, Adoptivtochter des französischen Königs Ludwig des XIV., hält sich im Palast auf

1655 Moskauer Truppen besetzen die litauische Hauptstadt Vilnius, plündern und verheeren den Großfürstenpalast

1661 Die besiegten Moskauer Soldaten werden gefangen genommen und lassen eine stark zerstörte Burganlage mit einem kahlen Palast zurück

2. Hälfte des 17. Jahrhunderts–18. Jahrhundert Litauische Adlige verlangen wiederholt die Renovierung des Palastes als Sitz der litauischen Großfürsten

2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Litauische Adlige und Vilniusser Bürger erhalten die Erlaubnis zur Wohnungsnahme im Palast; Überlegungen für eine mögliche Verlegung von staatlichen Behörden in den Palast

1799–1801 Abtragung des Palastes der Großfürsten von Litauen unter der russischen Zarenherrschaft 

1831 Auf dem Gelände des ehemaligen Großfürstenpalastes wird eine Festung errichtet

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Nach der Zerstörung der Festung wird das Gelände planiert und ein Park angelegt

1987 Mit dem Beginn der litauischen Unabhängigkeitsbewegung beginnen auch systematische archäologische Forschungen und Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Palastes; Idee, den Großfürstenpalast wiederaufzubauen

2000/2001 Seimas (Parlament) und Regierung der Republik Litauen befürworten die Wiedererrichtung des Palastes der Großfürsten von Litauen

10. Mai 2002 Feierliche Grundsteinlegung für den Palast-Wiederaufbau

6. Juli 2009  Symbolische Eröffnung des Palastes der Großfürsten von Litauen


2011-07-24
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